Losung und Lehrtext für Freitag, 20. Oktober 2017:

Gott schuf sie als Mann und Frau und segnete sie und gab ihnen den Namen »Mensch«.
1.Mose 5,2

Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.
Römer 12,10

Rundgang durch die Kirche

Portal Kirche WeinböhlaWir betreten die Kirche durch das Hauptportal.
Es ist eingebaut in den Kirchturm, der fast bei allen Kirchen in westliche Richtung zeigt. Dieser Eingang ist prachtvoll gestaltet. Über dem Portal befindet sich die Statue „Christus als guter Hirte“ des Dresdner Bildhauers Rudolf Hölbe (1848-1926). Sie wurde 1895 aus dem Kunstfond des Sächsischen Kunstvereins gestiftet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Altarraum Kirche WeinböhlaBeim Betreten der Kirche wird der Blick auf den Altarplatz gelenkt.
Der Altarraum - im Osten gelegen - ist das Zentrum jedes Gotteshauses. Seine Ausmalung wurde 1994/95 in der originalen Fassung erneuert.
Die Altarfenster stellen die drei hohen Feste der Kirche dar:
Geburt Christi - Ostergeschehen - Heiliges Pfingstfest.
In den runden Medaillons sind die vier Evangelisten abgebildet: Im linken Fenster Matthäus und Markus, rechts Johannes und Lukas.
Der Altar ist aus französischem Kalkstein von Bildhauer Schneider aus Copitz angefertigt worden. Er ist ein Geschenk des damaligen Kaufmanns Göhler aus Niederau. Ihn krönt ein Kruzifix, gestiftet von Otto Schneider.
Das Altarbild „Das heilige Abendmahl“ malte Prinz Carl Ernst von Schönburg-Waldenburg (1836-1915) - dazumal Besitzer von Schloss Gauernitz.
An den Fenstern des Kirchenschiffes, wie auch an vielen weiteren Stellen der Kirche, kehren die Motive des Altars wieder:
Wein, Weizen, Passionsblume, Rose. 

 

 

 

 

Kanzel Kirche Weinböhla Taufstein Kirche Weinböhla

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kanzel ist eine schöne Holzarbeit und zeigt die vier Evangelisten mit ihren Symbolen:
Matthäus mit dem Engel
Markus mit dem Löwen
Lukas mit dem Stier
Johannes mit dem Adler.


Der Taufstein stand bereits in der alten Kirche.
Er wurde 1888 angefertigt und in die neue Kirche übernommen.

Orgel Kirche WeinböhlaDie Orgel, gegenüber dem Altar, ist ein Werk der Orgelbaufirma Wünning, Großolbersdorf / Erzgebirge. Sie wurde in den Jahren 1994/95 errichtet und zum Erntedankfest 1995 geweiht. Diese Orgel ist wahrscheinlich die vierte Orgel in der Geschichte der Weinböhlaer Kirchen. Das Orgelgehäuse (Prospekt) stammt von der Vorgängerorgel (erbaut 1915). Unsere heutige Orgel verfügt über 32 Register, 2089 klingende Pfeifen und 48 stumme Pfeifen. Die Traktion (Übertragung der Bewegung vom Tastendruck zur Pfeife) ist mechanisch. Über die nachweislich erste Orgel ist nur so viel bekannt, dass sie im Jahre 1849 nicht mehr zu reparieren war. Die daraufhin gebaute zweite Orgel (mechanisch traktiert) war das Erstlingswerk von Karl Eduard Jehmlich. Vor dem Abriss der alten Kirche wurde sie ausgebaut und auf dem Schulhausboden gelagert, um danach, mit einem neugotischen Gehäuse versehen und um vier Register erweitert, durch die Fa. Gebr. Jehmlich in der neuen Kirche wieder eingebaut zu werden.
In den Jahren 1914/15 baute die Fa. Gebr. Jehmlich die dritte, eine pneumatische Orgel, dazu das Gehäuse, wie wir es heute noch vorfinden. Dem Zeitgeschmack folgend, wurde diese Orgel mehrere Male umgebaut, jedoch mit abnehmendem Erfolg. Sie wurde im Sommer 1994 von der Fa. Wünning abgebau 

  
Das Holzrelief „Der Heilige Martin“ befindet sich seit der Ausmalung des Altarraumes unter der Orgelempore. Es wurde 1948 angefertigt.
Der Heilige Martin von Tours teilte, nach der Legende, mit dem Schwert seinen Mantel, um die eine Hälfte einem frierenden Bettler zu geben. Diese Tat stand zeichenhaft für sein Leben.


Kirchturm WeinböhlaDie alte Weinböhlaer Kirche hatte mindestens zwei Glocken. Es ist bekannt, dass 1476 eine zweite Glocke geweiht wurde.
Die neue Kirche besaß nach ihrer Erbauung vier Bronzeglocken. Drei davon wurden bereits 23 Jahre später - 1917 - für Kriegszwecke zerschlagen, abtransportiert und eingeschmolzen. Nur die kleinste blieb der Gemeinde, wurde dann aber 1922 eingeschmolzen, als vier neue Bronzeglocken beschafft werden konnten. Das Geläut sollte nur 20 Jahre seinen Dienst tun, bis es 1942 ebenfalls für Kriegszwecke missbraucht wurde. Die kleinste Glocke daraus hängt heute in der Kirche zu Oberau, denn 1949 konnten in Weinböhla vier neue Stahlglocken geweiht werden. (Stimmung es’ g’ b’ c’)
Die Kirchenuhr:
Das Uhrwerk von 1894 steht unter Denkmalschutz, es wurde 1995 saniert.
Die Zifferblätter haben einen Durchmesser von 1,80m. 

Der Herausgeber dankt Barbara Heineken für den Text!